Gebaut mit Liebe.

Ich kam zum ersten Mal 2006 als Peace Corps Volunteer im Programm für nachhaltige Landwirtschaft Ecuadors nach Cahuasquí. Ich sollte zwei Jahre bleiben. Ich blieb drei und ging nie wirklich weg.
Ich verliebte mich zuerst in die Menschen. Ich liebte die Traditionen, die Geduld und die Art, wie Nachbarn mich zu sich nach Hause zum Essen einluden und anboten, was immer sie gerade geerntet hatten. Die Landschaft tat den Rest, mit Bergen an jedem Horizont, langen warmen Nachmittagen und völliger Stille nach Einbruch der Dunkelheit.
Was mich hielt, war der Rhythmus. Ein Leben, das sich im Tempo der Pflanzen und des Wetters bewegt, Kaffee zum Pflücken, Hühner zum Füttern, Vögel zum Hören am Morgen. Liebenswürdig bekannt als die Insel im Himmel, entstand die Farm in diesen Jahren: drei private Hütten und ein Yogastudio über dem Tal, Lamas und Hühner im Garten, Türen und Balken von denselben Nachbarn handgefertigt, die ich vor zwei Jahrzehnten kennengelernt hatte.
Der Kaffee wurde in Böden gepflanzt, in denen noch nie eine Kaffeepflanze gewachsen war, und fünfzehn Jahre später erreichte er bei einer professionellen Verkostung 93 Punkte.
„No pasa nada.“ Nichts Schlimmes wird hier passieren.
Das ist ein ecuadorianischer Ausdruck, und er wirkt wie ein stilles Versprechen, dass hier nichts Schlimmes passiert. In Cahuasquí spürt man die Ruhe in dem Moment, in dem man ankommt, und man glaubt es, wenn die Nachbarn es sagen.


